GEWALT HAT VIELE GESICHTER

Gewalt an Frauen ist die meist verbreitete Form der Menschenrechtsverletzung unsere Zeit. Für viele Frauen und Kinder in der Bundesrepublik gehört sie zu ihrem Alltag.

Nach einer Studie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend haben zwei von fünf Frauen in ihrem Leben schon sexuelle oder körperliche Gewalt erlebt und jede vierte Frau wird Opfer häuslicher Gewalt (repräsentative Studie im Auftrag des BMFSFJ 2004: Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland).

Diese Zahlen zeigen, dass häusliche Gewalt eine gesellschaftliche Realität ist, die uns alle angeht. Andauernde Gewalthandlungen oder Gewaltandrohungen bringen Furcht und Unsicherheit und bewirken seelische und körperliche Schäden bei Frauen und ihren Kindern. Menschen, die in der Kindheit und Jugend Gewalt in der Familie erfahren, leben diese meistens später in den eigenen Familien weiter.

Häusliche Gewalt benennt Gewalt zwischen Erwachsenen in engen sozialen Beziehungen. Sie umfasst körperliche, seelische und sexuelle Misshandlungen. Die Tatorte beschränken sich nicht auf die eigene Wohnung oder das Haus, es können auch der Arbeitsplatz oder andere Orte sein.

Häusliche Gewalt trifft vor allem Frauen, sie sind zu über 90% die Opfer der Misshandlungen. Häusliche Gewalt wird meist durch Männer ausgeübt. Es sind Ehemänner, Väter, Ex- Partner, Lebenspartner, erwachsene Söhne und Enkel. Täter und Opfer kommen aus allen sozialen Schichten, unabhängig vom Alter, Bildungsstand, Kultur und Herkunft.

Häusliche Gewalt ist kein einmaliges Ereignis, sondern tritt in einer Beziehung immer wieder auf und kann sich im Laufe der Zeit auch verschlimmern. Meistens wendet der Täter verschiedene Formen der Gewalt an. Das gewalttätige Verhalten zielt auf Ausübung und Erhalt von Macht und Kontrolle.

Das „Rad der Gewalt“ macht die verschiedenen Formen gewalttätigen Verhaltens deutlich und zeigt, dass die Gewaltformen häufig zusammen auftreten.

Rad der Gewalt

(Grafik angelehnt an das DAIP-Modell, USA)