Frauenhaus-Arbeit während der Corona-Pandemie

Unsere Arbeitsbedingungen sind erschwert, vieles kam zum Stillstand. Es waren keine Wohnungsbesichtigungen und Behördengänge möglich. Gleichzeitig musste vieles für die Bewohnerinnen online erledigt werden, was die Arbeit der Mitarbeiterinnen belastete. Für die Schulkinder wurde das Lernen Zuhause zu einer Herausforderung.
Zusätzliche Investitionen in Hygiene/Reinigungsmittel/Mundschutze aber auch technische Ausstattung waren nötig bei gleichzeitig rückläufigen Spenden.
Bisher hat das Frauenhaus diese Zeit gut überstanden, die Frauen und Kindern lernen mit dieser besonderen Situation umzugehen.
Eine erste Einschätzung und unsere Erfahrungen während der Corona-Pandemie können Sie auch im aktuellen WAZ-Artikel nachlesen.

Studie: Häusliche Gewalt während der Corona-Pandemie.

Gewalt hat viele Gesichter

Es gibt eine erste größere, repräsentative Studie zu den Erfahrungen von Frauen und Kindern in Deutschland von der TU München.
Titel – Häusliche Gewalt während der Corona-Pandemie.
Die Ergebnisse lassen sich nicht mit den Zahlen aus der Zeit vor der Pandemie vergleichen, da bisherige Studien immer längere Zeiträume berücksichtigt haben und nicht wenige Wochen wie in dieser Studie.
Trotzdem: 7,5% der Frauen in Quarantäne berichteten von körperlicher Gewalt. Körperliche Gewalt gegen Kinder wurde sogar 10,5% angegeben. In 6,5% aller Haushalte wurden Kinder gewalttätig bestraft.

Die Zahlen zeigen erneut:

Geschlechtsspezifische Gewalt ist ein großes gesellschaftliches Problem, das uns alle angeht.

Lesen Sie hier:
Erste große Studie zu Erfahrungen von Frauen und Kindern in Deutschland – Häusliche Gewalt während der Corona-Pandemie

Informationen zur Corona-Pandemie

Lange Zeit gemeinsam auf engem Raum, Ängste um Gesundheit und Existenzsicherung und das Fehlen von Ausweichmöglichkeiten oder Sozialkontakten erhöhen das Risiko für Häusliche Gewalt und sexuelle Gewalt. Diese abgeschnittene Situation führt  zu zusätzlichen Belastungen und es fallen unterstützende soziale Kontakte weg. Da ist es relativ wahrscheinlich, dass es in belasteten Situationen zu Gewalt kommt.

Nicht nur aus China, sondern auch aus Italien und Madrid erreichen uns Berichte über zunehmende Gewalt gegen Frauen. Bereits jetzt sind die Frauenhäuser in NRW an ihrer Kapazitätsgrenze. Anstehende Quarantänefälle erhöhen den Druck. Es ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht genau abzuschätzen, wie sich die Situation entwickeln wird. Es ist von einem steigenden Schutzbedarf auszugehen, der auch verzögert eintreten kann. Wir als Autonome Frauenhäuser sind bereit, alle Schutz suchenden Frauen und ihre Kinder in dieser schweren Krise mit unserem Wissen und unserem Engagement zu unterstützen. Daher arbeiten wir mit Hochdruck an Notfallkonzepten und angepassten Unterstützungsangeboten.

Schon jetzt sind nicht genug Kapazitäten vorhanden, so fehlen bundesweit ca. 14.000 zusätzliche Frauenhausplätze.

Wir fordern schnelle, unbürokratische und bundesweite Lösungen, um den Gewaltschutz flächendeckend zu sichern und schließen uns der Pressemitteilung der ZIF an, deren Forderungen hier nachzulesen sind:

https://www.autonome-frauenhaeuser-zif.de/sites/default/files/report_attachment/pm_corona_19.3.20.pdf

Schutz von Frauen und ihren Kindern vor Gewalt hat auch in Zeiten der Corona-Krise höchste Priorität.

Weitere Informationen zur Situation der Frauenhäuser in der Corona-Krise:

https://taz.de/Frauenhaeuser-in-der-Corona-Krise/!5668969/

ONE BILLION RISING 2020: BEWEGEN – ERHEBEN – LEBEN

Herne hat getanzt und ein Zeichen gesetzt. Wir fühlen uns an diesem Tag weltweit verbunden.

Vielen Dank an alle, die bei  ONE BILLION RISING Herne mitgetanzt haben und die in Gedanken dabei waren!

Es war wieder eine tolle Veranstaltung, bei der eine starke, fröhliche Kraft zu spüren war.

Es ist äußerst wichtig, dass wir uns verbinden, um Gewalt zu stoppen und gemeinsam unsere Stärke spüren, die wir besitzen.

Gemeinsam ist viel Veränderung möglich.

ONE BILLION RISING 2020: BEWEGEN – ERHEBEN – LEBEN

One Billion Rising (OBR) (englisch für Eine Milliarde erhebt sich) ist eine weltweite Kampagne für ein Ende der Gewalt gegen Frauen und Mädchen und für Gleichstellung. Sie wurde im September 2012 von der New Yorker Künstlerin und Feministin Eve Ensler initiiert. Die Kampagne wurde im Rahmen der V-Day Bewegung gestartet. Es ist eine der größten Kampagnen weltweit, um zur Beendung von Gewalt gegen Frauen mit tausenden von Events in über 190 Ländern der Welt.

Jede dritte Frau erlebt in ihrem Leben Gewalt. Das sind weltweit 1 Milliarde Frauen.

Herne tanzt am 14. Februar 2020 um 16 Uhr auf dem Robert-Brauner-Platz in Herne Mitte.

Eröffnung durch Bürgermeisterin Frau Oehler
Musik mit DJ Said Omar, Bauchtanzgruppe Asdiqa, Choreografie Uta Bücking

Jede*r kann spontan mitmachen. Es ist nicht notwendig, den Tanz perfekt zu beherrschen.
Tanz in den Farben Rot, Pink und Orange.

Flyer zum Download (0,5 MB)

Wir sind auch bei Facebook:  One Billion Rising Herne

Schweigen brechen heißt… mitmachen!

Der runde Tisch gegen häusliche Gewalt Herne lädt auch dieses Jahr am 25.11. wieder ein, sich an einer Lichterkette gegen Gewalt an Frauen zu beteiligen.
Wir unterstützen die Mitmachaktion des Bundeshilfetelefons
“Wir brechen das Schweigen“.
Am Kugelbrunnen auf der Bahnhofstrasse werden wir uns um 17 Uhr zu einer Lichterkette zusammenfinden. Bitte eine Kerze mitbringen!!
Auch in diesem Jahr wird das Frauenhaus wieder mit Feuerspucker*innen dabei sein. Außerdem wird die Aktion von einer Trommelgruppe begleitet.
Setzen Sie ein Zeichen und kommen Sie vorbei.

25.11.2019 um 17 Uhr am Kugelbrunnen, Herne Mitte